Ab 29.6.2018 - Neuer Geschichtssommer am Informationsort Schwerberlastungkörper!

Willkommen zum Geschichtssommer am Informationsort Schwerbelastungskörper. Drei Veranstaltungen widmen sich der Geschichte des über 12.000 Tonnen schweren Betonbaus – eines der letzten baulichen Relikte der nationalsozialistischen Stadtplanung in Berlin. Ursprünglich als Testobjekt für die Tragfähigkeit des Bodens gebaut, informiert der Ort heute über die größenwahnsinnigen Bauvorhaben.

Seien Sie herzlich dazu eingeladen, die Geschichte mit uns zu erkunden. Hier und an weiteren Orten in Tempelhof und Schöneberg suchen wir nach Spuren der nationalsozialistischen Planungen und der Verbrechen, die in diesem Kontext begangen wurden.

 

Freitag, 29.6.2018, 18:30 Uhr
Mythos „Germania“ Historischer Spaziergang

Für die Umgestaltung der Reichshauptstadt Berlin waren Abrisse und Neubauten von bis dahin unbekanntem Ausmaß geplant. Der 1941 errichtete Schwerbelastungskörper sollte die Trag-fähigkeit des Bodens testen, da unweit ein 117 Meter hoher „Triumphbogen“ geplant war. Er ist heute eines der wenigen noch sichtbaren Zeugnisse dieser größenwahnsinnigen Planungen. Auf dem Stadtspaziergang wird die Dimension der nationalsozialistischen Planungen in einen stadtgeschichtlichen Kontext eingebettet und der Einsatz von Zwangsarbeit bei den Bauvorhaben thematisiert.

Treffpunkt vor dem S-Bahnhof Südkreuz, Ausgang General-Pape-Str.


Samstag, 25.8.2018 16:00 Uhr
Albert Speer und das Bayerische Viertel
Historischer Spaziergang

Zur Durchsetzung der utopischen Pläne veranlasste der verantwortliche Generalbauinspektor Albert Speer verbrecherische Maßnahmen. Um abgerissene Wohnungen zu ersetzen, ließ er Berliner Juden aus ihren Wohnungen entfernen, in »Judenhäusern« konzentrieren und schließlich deportieren.
Im Bayerischen Viertel in Schöne¬berg lebten viele Menschen jüdischer Herkunft, deren Biografien während des Spaziergangs vorgestellt werden.

Treffpunkt am Bayerischen Platz, Ecke Westarpstr.
Anschließend geht es mit der BVG oder dem Rad weiter Richtung Schwerbelastungskörper

Donnerstag, 13.9.2018, 18:30 Uhr
„Albert Speer - Eine Deutsche Karriere“
Lesung und Autorengespräch mit Prof. Dr. Magnus Brechtken

In der Zeit des Nationalsozialismus war Albert Speer für massenhafte Zwangsarbeit und die Deportation von Berliner Juden verantwortlich. Nach 1945 gelang es ihm, ein Image als unpolitischer Architekt aufzubauen. Er startete eine zweite Karriere und wurde Thema zahlreicher Filme und Biographien, die seine Legende vom „guten Nazi“ verbreiteten. Prof. Dr. Magnus Brechtken, stellvertretender Direktor des Münchner Instituts für Zeitgeschichte, legt in seinem Buch beeindruckend dar, wie Millionen Deutsche Speers Fabeln mit Eifer übernahmen, um sich die eigene Vergangenheit schönzureden.

Neuer Ort! ++ aktuelle Änderung ++ bitte beachten ++

Ort: Schöneberg Museum, Hauptstraße 40/42, 10827 Berlin
Begrenzte Teilnehmerzahl, bitte anmelden: museum@ba-ts.berlin.de oder Tel 030 90277-6163